Mücken braucht kein Mensch – jetzt liebt ihr mich

Mücken
Hier irgendwo muss der Stich gewesen sein. Copyright: Matthias Pfeiffer

Was Mückenangriffe angeht, hatte ich bisher den Eindruck eines entspannten Sommers. Bis gestern abend. Ich weiß nicht mehr genau, was mein Sitznachbar am See gesagt hat. „Gibt es hier Mücken?“ oder „Wo sind hier die Mücken?“ oder was auch immer. Jedenfalls fing es just in diesem Moment an zu jucken und ich wurde leicht wahnsinnig. Und nein, es war nichts psychosomatisch, die Stiche waren echt. Daraufhin wurde ich ermuntert, das alles doch in diesem Blog hier zu verarbeiten.

Das lehnte ich erstmal ab, da ich mir vom Pöbel keinen Themenplan machen lasse. Andererseits ist das Thema Mückenhass genau richtig, wenn man sich beliebt machen will. Also:

Mücken braucht kein Mensch

Mehr muss man jetzt gar nicht mehr sagen. Die Sympathien der Leser sind allesamt auf meiner Seite. Ich spreche mit einem Satz jedem aus der Seele und deshalb lieben mich jetzt alle. So einfach geht das. Und es gibt wirklich wenige Themen, mit denen man ein solch großes Publikum ansprechen kann, da jeder heute meint individuell sein zu müssen. Also erstmal muss man gar nichts müssen und zweitens gibt es eben Sachen, die selbst der größte Freidenker mit der gesichtslosen Masse teilt. Und dazu gehört die (verständliche) Abneigung gegenüber Mücken. Ähnlich unbeliebt sind Wespen. Über Bienen herziehen geht gar nicht, seitdem sie nämlich bedroht sind, sind sie en vogue.

Doch verlassen wir mal das Reich der Insekten. Weiteres Sympathien-Thema: Auf die Bahn kann man sich nicht verlassen. Da fällt nun tonnenweise Geröll von den Herzen. Endlich sagt’s mal einer. Egal was er dann noch sagt, aber bei diesem einen Satz stellt sich sofort Geborgenheit im Mutterleib-Level ein. Was gibt’s sonst noch? Mario Barth ist nicht lustig. Ja gut, das stimmt. Und so einfach es ist, über ihn herzuziehen, er macht es immer wieder notwendig. Hier ist die allgemeine Zustimmung allerdings merkwürdig. Es steht nämlich die Frage im Raum, wer die abermillionen Menschen sind, die zu seinen Auftritten drängen. Ja, wahrscheinlich die Anderen. Es kann aber auch sein, dass es die Leute sind, die in Jogginghosen am Hauptbahnhof rumhängen. Sogar sehr wahrscheinlich. Das sind auch die Käufer der ganzen Modern Talking-Platten, die Kinobesucher bei den Til Schweiger-Filmen und die Konsumenten der ekelhaften Tiefkühlkost, die kein Mensch frisst. Kurzum, sie machen alles, was sonst keiner macht. Wahrscheinlich mögen sie auch Mücken.

Wenn man sich allerdings durch eine schmissige Parole beliebt machen will, muss man beachten, dass es etwas negatives ist. Mit Allgemeingültigem wie „Vanilleeis schmeckt gut“, „Zwanzig Grad sind nicht zu heiß und nicht zu kalt“ und „Christoph Waltz ist sehr talentiert“ gewinnt man keinen Blumentopf (Warum eigentlich Blumentopf? Man kann doch so viel besseres gewinnen, Gold zum Beispiel). Richtig ans Herz der Leute kommt man mit einer Kampfansage an irgendetwas. Jetzt könnte ich natürlich haufenweise pointierte Vergleiche zur gegenwärtigen Politik bringen. Ich lasse das aber bleiben und breche den Text hier ab. Übrigens ein weitere Sache, die sehr vielen Leuten aus dem Herzen spricht: Abrupt endende Texte sind gar nicht gut.

P.S. Nochmal zu den Mücken: Ich bin ganz fest davon überzeugt, dass es Leute gibt, die einen Mückenfetisch haben. Also jetzt nicht auf die Tiere bezogen, sondern auf das Jucken nach dem Stich. Es gibt sowieso alles, wieso nicht auch das noch? Meinetwegen auch in Verbindung mit Bondage-Praktiken, die das Kratzen unmöglich machen. Wenn jemand weiß, wie dieser Fetisch heißt, soll er es bitte in den Kommentaren hinterlassen. Danke!

P.P.S. „Das Jucken nach dem Stich“ ist ein großartiger Titel für ein Buch oder einen Film.

P.P.P.S. Was ist eigentlich schlimmer? Wenn die Mücke zusticht oder wenn sie lautstark durch das Schlafzimmer fliegt?

Dialogik #2: „Papa, zu welchem Song wurde ich gezeugt?“

dialogik
Copyright: Matthias Pfeiffer

Sohn: Du Papa?

Vater: Jaaa, meeeiiin Sooohn?

Sohn: Papa, zu welchem Song wurde ich eigentlich gezeugt?

Vater: Ach, lass mich überlegen…das war…genau! Das war Tears in Heaven von Eric Clapton. Hehe, wir haben es uns damals sehr romantisch gemacht, deine Mutter und ich. Ich weiß noch ganz genau als ich da anfing…

Sohn: Papa, in dem Song geht’s darum, dass sein Kind tot ist! Und du schraubst dabei an Mama rum.

Vater: Also ich habe nicht an ihr herumgeschraubt, wie du es nennst. Ich habe eher so ein bisschen…wie soll ich es beschreiben? Also…

Sohn: Ey du bist doch krank Mann! Das Kind ist tot von Eric Clapton und ihm geht dazu einer ab! Sagma!

Vater: Aber was hätte ich denn machen sollen, mein Junge. Ich kann doch nicht während des Vorspiels zum Kasettenrekorder gehen und die Kasette umdrehen. Und außerdem: Supertramp hätte da jetzt wirklich nicht gepasst.

Sohn: Ey, lass mich doch in Ruhe, du bist doch krank! Du Nekropedo!

*Sohn verlässt mit Türenknallen den Raum*

Vater: Tss, tss, tss, herumgeschraubt. Wusste ich aber gar nicht, dass das darum geht…also mich macht’s trotzdem geil.

Dein Musikgeschmack ist ganz schlimm

Musik
Alben die einem total wichtig sind braucht man auf Platte. Copyright: Matthias Pfeiffer

Lange Zeit hatte ich unter meinem mittelmäßigen Musikgeschmack zu leiden. Man kann heutzutage nicht einfach irgendwas hören, von dem man glaubt es gefalle einem. Schnell ist es zu abgedreht oder zu langweilig und man ist auf jeder Party eine „Urghs“- Person. In der Zwischenzeit ist das anders. Ich habe mir lange Gedanken darüber gemacht, welche Musik ich hören sollte, um ein akzeptabler und wertvoller Mensch zu sein. Und da wir alle akzeptabel und wertvoll sein sollten, teile ich mit euch meine Erkenntnisse. Ich würde sagen, wir gehen das alles nach Genres durch:

Pop / Rock:
Das ist halt alles was so im Radio läuft. Einzelne Sachen darf man da schon hören, aber nur die, die „richtig geil produziert“ sind. Ansonst sollte es nicht allzu mainstreamig sein. Tanzen geht dazu natürlich trotzdem, man will ja kein elitärer Spielverderber sein.

EDM:
Wo wir grade beim tanzen sind. Da ist EDM (Elektronische Danz Musik) ganz ganz wichtig. Aber nicht irgendeinen Bumpf-Bumpf-Murks. Auch nicht Sachen die so verkopft sind, dass man nicht weiß, wie man sich dazu bewegen soll. Irgendwas in der Mitte. Oder ganz außerhalb. WICHTIG: Den Pfosten, die alles was elektronisch ist als Techno bezeichnen, kann man schon ein kleines Referat halten. Darin enthalten sein sollte auf jeden Fall der Unterschied zwischen „Electro“ und „Electronic“ – auch wenn der komplett selbst erfunden ist.

Hip Hop
Das geht auch, aber natürlich nicht irgendeine Prollkacke mit Nutten, sondern etwas, das ganz conscious ist. Der Text sollte gar kein Liedtext mehr sein, sondern Poesie. Da sollte so ein richtiges Feeling rüber kommen, sodass man auch als weißer deutscher Mittelständler versteht, wie es im schwarzen Ghetto ist. So zum mitfühlen. Weil aus den Ghettos kommt doch sowieso die echteste und authentischste Musik (würg). Bei deutschem Hip Hop geht textlich auch mehr – ABER auf die Ironie gucken. Ganz wichtig.

Alternative / Indie
Solange die Bands nicht zu alternativ und zu unabhängig sind geht das. Sonst wird es komisch.

Folk
Was? Wie bitte? Folk? Ist das nicht dieses weinerliche Gezupfe von alten Männern mit Bart? Weit gefehlt! Es gibt auch junge Männer mit Bart, die weinerliches Gezupfe machen. Und die darf man hören. Die mischen nämlich den Folk mit soviel Pop, dass vom Folk nichts mehr übrig ist. Übrigens ist das genau die richtige Musik, um einem Mädchen zu zeigen, dass man auch eine sensible Seite hat – selbst nach sieben Wodka Bull und acht Griffen unter den Rock.

Klassik
Klassische Musik macht dich interessant. Auch wenn du es nur als Hintergrundmucke für’s Lernen brauchst und sich die Komponistenkenntnis auf Hans Zimmer und Ludovico Einaudi beschränkt.

Jazz
Auch hier wirkt man sehr sophisticated. Hier gilt aber das selbe wie beim Folk: Es sollte so zusammenfusioniert sein, dass es hörbar ist. Mal ehrlich, das Saxophon ist schon ein richtig geiles Instrument, aber wenn einer zu sehr reinbläst nervt es halt auch wieder.

Metal
Echt jetzt? Gar nicht!! Du bist doch nicht komisch. Kannst gleich Herr der Ringe-Bettwäsche kaufen. Gut, Black Sabbath geht ab und an. Oder auserwähltes von Metallica. Und Lemmy ist ja auch ganz cool. Bei Oldie-Parties geht alles. WICHTIG: Alles was vor 2000 veröffentlicht wurde, ist ein Oldie. Und Linkin Park geht auch, weil das so einen Nostalgie-Bonus hat.

Punk
Green Day, kloa.

Trash
Trash = Nineties. In den Neunzigern wurde nur und ausschließlich Trash veröffentlicht. Auf diversen Parties muss man das geil finden. Man will ja kein elitärer Spielverderber sein.

So, jetzt dürfte alles klar sein. Aber Moment! Was ist mit Richtungen wie Post-Punk, Shoegaze, Downtempo, Industrial, Free Improvisation, Baroque Pop, Post-Rock etc.? Da kann man nur sagen: Nicht zu neugierig sein. Sonst wird man wieder uninteressant.

P.S. Ich hoffe, jeder hat gemerkt, dass dieser Text komplett ironisch gemeint war. Beim Thema Musik muss man das immer dazu sagen. Bei kaum einem anderen Thema herrscht eine solche Ironie-Immunität.

P.P.S. Richtig ätzende Menschen: Jemand redet von einem Song oder macht ihn an, man selber sagt „Ich glaube das ist ein Cover“. Daraufhin schaut der Andere einen nicht an und sagt „Kann sein“.

P.P.P.S. Um es nochmal klar zu stellen: Das ist wirklich alles Ironie. Der Text kommt von jemandem, der sowas lustiglustig, sowas entspannend und sowas erotisch findet.

 

Humor und Destruktion

Humor
Auch durch zweitklassige Bildbearbeitung wird das nicht lustiger. Copyright: Matthias Pfeiffer

Gestern stieß ich auf diesen SPON-Artikel, der die Leser dazu auffordert, die denkbar schlechtesten Witze vorbei zu schicken. Eine schöne Aktion, bin ich doch ein großer Freund guter blöder Scherze – wie auch bestimmter schlechter Filme und ausgewählter schlechter Musik. Nachdem ich in der FB-Kommentarspalte meinen Senf dazugab, dachte ich wieder ein wenig über die destruktive Kraft des Humors nach.

Nein, damit sind keine Scherzbolde gemeint, die Politikern den Spiegel vorhalten (übrigens das schlimmste, was einem Politiker passieren kann). Auch nicht diese Subjekte sind gemeint, die versuchen, Witze über den Holocaust, Kindesmissbrauch und Brustkrebs als schützenswerten schwarzen Humor durchgehen zu lassen. Es geht natürlich um den Einsatz des Humors als Nahkampfwaffe. Schließlich existieren Menschen, die schlechte Witze eben schlecht finden.

Zur Verdeutlichung: Es gibt Leute, die kann man mit den übelsten Beschimpfungen überziehen und man bekommt nur ein verschmitztes „Sticks and stones can break my bones, but words will never hurt me“ zurück. Erzählt man der selben Person aber am Stück schlechte Witze, ist es vorbei mit der Beherrschung und die Weißglut tritt aus allen Poren. Mal das Beispiel, das ich in besagter Kommentarspalte hinterlassen habe:

Ein Mann lässt in einer belebten Menschenmenge sein Plätzchen fallen. Mahnend ruft er: „Wehe hier geht mir einer auf den Keks!“

Prinzip verstanden? Nach einem dieser Witze kann man das ganze ja noch süß finden. Oder auf eine ironische Weise lustig. Aber jetzt betätigen wir die Stalinorgel:

Streiten sich zwei Würfe. „Gleich ist es mit dir aus Wurf!“, „Ach, halt doch dein Maul Wurf!“

Ja ja, gewitzt, gewitzt. Trotzdem zuckt ein Augenlied schon nervös. Jetzt nicht aufgeben!

Ein Mann wird überfallen. Der Räuber sagt: „Ich will ihr ganzes Geld!“. Der Mann entgegnet: „Ach, sagen Sie doch gleich, dass sie der Finanzminister sind.“

Der Stammtisch lacht, der Rest macht „Booooaaaah“. Da jetzt auch jegliche selbstironische Ebene für die Katz ist, fallen die letzten Hemmungen.

Ein Hahn geht über den Hof. Er trägt eine Badehose und hat ein Handtuch unter dem Arm. Da ruft ihm eine Henne zu: „Wo willst du denn hin?“. Darauf der Hahn: „Ich gehe an den See“. Die Henne entgegnet: „Aber du bist doch kein Wasserhahn!“

Alleinstehend vielleicht drollig, als Bestandteil dieser Salve billiger Lacher aber vergleichbar mit Bambusfolter. Wie wäre es mit dem Todesstoß?

Ein Rentner isst eine Suppe. Da fällt ihm das Gebiss rein.

Spürt ihr ihn? Diesen unwiderstehlichen Drang mir etwas anzutun? Sicher haben Humorologen bereits zu diesem Thema geforscht. Aber das würde nun zu theoretisch werden. Ich gebe lieber noch einen Praxistipp. Wie der große Heinz Strunk schon in seinem Buch Die Zunge Europas schrieb:

Radiocomedy ist noch beschissener als Fernsehcomedy, die Gags sind platt bis zur Schmerzgrenze und die witzigen Stimmen nur deshalb so witzig, weil sie unerträglich hysterisch, verstellt, überdreht und gekünstelt sind.

Danke Heinz. Wer sich mal wirklich eine Mischung aus Bayern 1, Bayern 3 und Antenne Bayern zu Gemüte geführt hat, der weiß, was gemeint ist. Und damit sind nicht mal die Comedians und Kabarettisten gemeint, die einmal in der Woche was sagen dürfen (Am besten mit einem immer wieder kehrenden Satz wie „Ja mei, ich kann da auch nix dafür“). Gemeint sind eher die Moderatoren, die sich in einem Anflug von Selbstüberschätzung als Karikatur einer schlechten Version von Fips Asmussen versuchen. Wenn man dann noch daran denkt, dass es Leute gibt, die das lustig finden, verliert man jede Art von Glauben. Das sind dann auch die Leute, die dann anrufen und sagen, wie gern sie den Sender hören oder von ihrem ersten Zungenkuss zu „Hotel California“ erzählen.

Im Endeffekt könnte einem das alles egal sein. Ist es aber nicht. Was also tun? Am besten sich in der Embryonalstellung ins Bett legen und Loriot gucken. Stundenlang. Das hilft.

P.S. Ich bin mir sicher, dass es auch talentierte und gute Spaßmacher im heutigen Radio gibt. Leider ziehen sie an mir vorbei. Gebt mir doch ein paar Tipps.

P.P.S. Ich bilde mir ein, dass alle diese Witze von mir kommen. Ich nehme mir also die Freiheit, darauf ein Copyright einzufordern.

 

 

Dialogik #1

dialogik
Copyright: Matthias Pfeiffer

Gunther: Ich sag’s dir Manni, immer verhüten. Ich hatte letztens wieder Theater.

Anton: Hattse dir was angehängt?

Gunther: Jup!

Anton: Tripper?

Gunther: Nee.

Anton: Schanker?

Gunther: Nee.

Anton: Herpes?

Gunther: Nee.

Anton: Ja, was denn?

Gunther: Durchfall.

Anton: Du bist so ein Volldepp!

Welch wohlige Worte (Volume 1)

dudn
So ungefähr wird die Tätowierung aussehen. Copyright: Matthias Pfeiffer

 

Man mag es kaum glauben, aber auch die deutsche Sprache, die oft als kantig und unnötig kompliziert verschrien ist, hat wunderschöne Wörter. Diese neue Reihe soll euch einige meiner persönlichen Lieblingswörter näher bringen. Feste Kritierien gibt es nicht, allerdings müssen die Bedeutung oder Klang nicht unbedingt eine Rolle spielen. Oft reicht auch die bloße Assoziation aus, die das Wort auslöst. Fertig? Ach ja! Bevor es losgeht, irgendwelche Beamtendeutsch-Begriffe werden hier nicht auftauchen, da Witze in dieser Richtung einfach schon zu sehr ausgelutscht sind.

I. Backpfeifengesicht

Soweit ich weiß, finden auch viele Ausländer dieses Wort super. Das Wort „Backpfeife“ mit seinem rupigen Matrosen-Charme ist ja schon großartig, aber die Vorstellung eines Gesichts, das eine ebensolche provoziert ist der Gipfel des Glücks. Für ein solches Anlitz gibt es zwar keine festen Charakteristika, aber im Grunde kennt jeder solche Leute. Übrigens nicht zu verwechseln mit „Sackpfeifengesicht“, das ist jemand, dem man ansieht, dass er Dudelsack spielt. Das bayerische „Watschngsicht“ ist ebenfalls nicht zu verachten.

II. Kadavergehorsam

Ein nicht sehr verbreitetes Wort, auf das ich letztens bei der Lektüre von Thomas Pynchon gestoßen bin. Es bezeichnet eine Art des Gehorsams, bei dem wirklich alles gemacht wird. ALLES! Das Wort strahlt eine solche moderig-morbide Atmosphäre aus, dass man die Schützengräben förmlich riecht. Ich würde übrigens gerne wissen, wie viele Black Metal-, Industrial Rock- und Crust Punk-Bands Kadavergehorsam heißen. Wenn es noch keine gibt, sagt bescheid. Wir könnten eine gründen.

III. Marschbefehl

Ich gehöre ja zu den Leuten, die Militarismus nicht sooo cool funden. Und hätte mein Körper damals nicht verweigert (T5), hätte ich es selber gemacht. Aber die Wörter „Marsch“ und „Befehl“ stehen an sich schon mit militärischer Kraft da. Wenn sie gebündelt auftreten, ist das Wortkonstrukt schon so eindrucksvoll, dass man automatisch stramm steht. Ab und an darf man sich schon an sowas erfreuen. Schließlich steckt in jedem ein kleiner Leutnant.

IV. Gulaschkanone

Ähnlich martialisch, aber gänzlich andere Wirkung. „Gulasch“ – sofern man das „u“ nicht in die Länge zieht – wirkt eh schon wie ein Wort, bei dessen Erfindung nicht allzu viel auf Nuancen geschaut wurde. „Kanone“ ist jetzt relativ langweilig. Aber die Verbindung erzeugt doch eine Assoziation, die Spaß macht. Jaaaa, liebe Ironie-Verweigerer, ich weiß, dass eine Gulaschkanone kein Gerät zum Abfeuern von Fleischspeißen ist. Aber träumen darf man ja wohl noch. Auch zweideutig: Feldstecher (könnte auch jemand sein, der Sex auf Agrarflächen bevorzugt)

V. Schmusekatze

Gut, das ist eine Guilty Pleasure. „Schmusen“ halte ich aber nun mal für ein schönes Wort, das viel zu wenig genutzt wird. Und hier harmoniert die weiche Betonung der Silbe „Schmuse“ herrlich mit der harten Betonung von „Katze“. Übrigens auch als Kosename verwendbar.

In Zukunft gibt es mehr linguistische Leckerbissen (auch ein Kandidat). Vielleicht in Kürze auch eine List der schönsten Wörter, die es noch nicht gibt („Schnuffelschatulle“)

P.S. Laut Rate Your Music und Metal Archives gibt es is wirklich keine Band, die Kadavergehorsam heißt. Wird höchste Zeit! Ich übernehme gerne das Gekeife

P.P.S. Die großartigen Tocotronic bemerkten auf ihrem ersten Album, dass man über Sex nur auf Englisch singen kann. Vielleicht sollte man auch nur auf Englisch darüber reden. Wirklich, es gibt keine einzige Bezeichnung, die auch nur im geringsten gescheit beschreibt, was da passiert. Entweder es ist zu plump, zu sachlich oder nur in jeglicher Hinsicht bescheuert. Vielleicht sollte man darauf hören, was eine andere Hamburger Band angedeutet hat: Weniger reden, mehr machen.

 

 

 

Ihr Schafe! Die Erde ist ein Möbiusband!!1

Möbius-1
Beweisfoto! Copyright: Matthias Pfeiffer

Gestern Nachmittag saß ich mit einem Cuba Libre in der prallen Sonne und suchte nach der Wahrheit. Und auf einmal – so nach dem Fünften – war sie da. Dass die Erde keine Kugel ist, ist ja sowieso klar. Wer so etwas denkt ist ein lügenmedienmanipuliertes Schaf. Doch wer teilt die Skepsis? Verblendete Mitläufer, die an eine flache Erde glauben. Steht dahinter doch nur eine zionistisch-vergenderte Elite, die Reibach scheffeln will. Nee, nee, nee – die Lösung ist eine ganz andere. Denn wie man auf den Beweisfotos (echt!!1) sehen kann, hat die Erde die Form eines Möbiusbandes.

Möbius-2
Noch’n Beweisfoto!! Copyright: Matthias Pfeiffer

Das Möbiusband wurde seinerzeit von einem Mitglied der Band Cluster erfunden. Das spielt aber nun keine Rolle. Eine große Rolle – sogar die Hauptrolle überhaupt, ihr Schafe – spielt es aber, dass die Erde genau ihre Form hat. Muss man nur wissen.  Dafür gibt es einige un-um-stößliche Beweise, die bisher von Medien und Regierung zurückgehalten wurden. Doch wenn man ein bisschen sein Gehirn anstrengt, kommt man auch von selbst drauf.

Zuerst mal einige driftige Gründe, warum die Kugelform (lol) eine absolut lächerliche Idee ist. Zunächst einmal das einleuchtendste Argument: Nichts fällt nach oben. Jetzt dürften vielen schon die Schuppen kiloweise (Nebenbei: Dieses Gewichtsmaß ist fiktiv) von den Augen fallen. Dazu muss man eigentlich nichts mehr sagen. Zweite Regel: Ein Planet, der sich um sich selbst dreht, kann nicht existieren, da die Natur keinen Egoismus vorsieht. Der Egoismus ist eine Erfindung der Bestie Mensch (ich meine damit eine ganz bestimmte Gruppe, ihr wisst schon wen) und kommt in der Natur nicht vor. Die Tiere bewegen sich in Rudeln, der Grashalm wächst nicht allein und auch der Wassertropfen bewegt sich zum Gewässer hin. Himmelskörper sind von dieser Naturregel natürlich nicht ausgenommen.

Und – Physik! Chemie! – jetzt etwas, was eigentlich Grundwissen sein sollte, aber trotzdem wieder keiner weiß (logisch!). Dabei geht es um den sogenannten „Erdkern“, der der Legende nach total heiß sein soll (mindestens über 36 Grad). Kann gar nicht sein, denn der Kalk würde schmelzen. Sicher, die „Erdschichten“ würden die Hitze so abdämmen, dass gewöhnliche Flüssigkeiten nicht kochen und andere gewöhnliche Materialien nicht flüssig werden. Der Kalk jedoch, der über sehr besondere Eigenschaften verfügt, würde jedoch trotz dieses ach-so-dicken Schichtensalats dahinschmelzen, wie jeder denkende Mensch beim Anblick von Ken Jebsen.

So, das wissen natürlich auch die ganzen Flacherdenzombies, die ihren Götzen hinterher hecheln wie notgeile Rüden. Aaaaber auch die irren. Wenn die Erde also flach ist, wieso implodieren dann nicht die Polkappen? Das Modell „Flache Scheibe und Glocke drüber“ würde im Inneren soviel Druck erzeugen, dass die Polkappen einfach zusammenfallen würden. Exkurs: Nein, die Klimaerwärmung gibt es natürlich nicht. Alle 120 000 Jahre wechselt das Wasser der Polarregionen (das sogenannte Weisheitswasser) seinen Aggregatzustand. Derzeit halt von fest zu flüssig. In ferner Zukunft wird der ganze Klumpatsch dann verdampfen. Apropos Wasser: Wieso ist es eigentlich in Bewegung? Durch die Möbiusband-Form!!1111 Bewegt sich Wasser in einer Kugel oder einer Pfütze? Glaubt ihr ich bin so gleichgeschaltet? Geht nur in der Möbiusband-Form.

Möbius-3
NOCH’N BEWEISFOTO!!!! ICH FLIPP AUS!!!!!!111111 Copyright: Matthias Pfeiffer

Und jetzt kommt natürlich das Hauptargument, bei dem jedes Schaf zum Skeptiker werden sollte. Sicher kennt ihr das: Ihr schlaft gerade ein, aber auf einmal habt ihr das Gefühl, ihr würdet fallen und schreckt hoch! Ja, wahrscheinlich haben sich alle wieder dagegen impfen lassen. Viel Spaß mit der Arthritis! Dieser Fall-Effekt kommt durch die Krümungen der Erde, durch die man gerade hindurchfließt. Das Band bewegt sich, hab ich vergessen. Nach dem Vorbild des Laufbandes. Der Motor ist kosmische Energie. Was sonst?

Alles klar jetzt? Sicher könnt ihr euch vorstellen, welch großer Gefahr ich mich mit diesem Post ausgesetzt habe. Ich warte nur darauf, dass mir das FBI oder die autonomen Terroristen von der SPD die Bude einrennen. Aber ich sage euch: Die Wahrheit lässt sich nicht lange verstecken!

P.S. Liebe Chemtrail-Gegner, seid ihr eigentlich so fucking naiv, dass ihr glaubt diese Streifchen am Himmel wären alles?? Schon mal nach oben gesehen ?!! Glaubt ihr das sind Wolken!!??!?!?!?!?!?!“/§“%(

P.P.S. Die Protokolle der Waisen Weisen von Zion. Mal reingucken!

P.P.P.S. Ich verkaufe auch Chakra-Pilze, die gegen Krebs und Überpotenz helfen. Einfach melden! 50 Euro das Stück.